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Mai 2013 - Ein Hyundai i30 cw steht im Hof

Seit Mai 2013 darf ich täglich den neuen Hyundai i30 cw life bewundern. Fahren durfte ich auch schon mal, darum hier mein Bericht.

Hyundai i30 cw - die Kaufargumente

Grundbedingung bei der Fabrikats-Auswahl der zukünftigen Fahrerin waren Automatik-Getriebe, Klimaanlage sowie als Vorschlag meinerseits ein sparsamer Dieselmotor. Damit schieden sehr viele Japaner und Koreaner der sogenannten Golf-Klasse, so nennt man die Mittelklasse, komplett aus.

Der Hyundai i30 cw mit Automatik und Dieselmotor ist nur in der der besten Ausstattungsklasse "Style" lieferbar, was immer sich die Marketing Leute bei Hunday dabei gedacht hatten. Das hat aber auch seine Vorteile.

Letztlich blieben nur noch der KIA ceed und der i30 übrig. Kia punktet mit 7 Jahren Garantie auf alles, Hyundai mit 5 Jahren - aber leicht undefiniert und nach Komponenten unterscheidlich. Da muß man schon den Händler befragen, worauf es wieviele Jahre gibt. Kia produziert in der Slowakai, Hyundai in Tschechien, also beide in Europa wie auch Skoda.

Hyundai baut sehr viele Komponenten aus Westdeutscher Produktion oder Entwicklung ein, KIA vieles aus Korea.

Die deutschen Fabrikate schieden fast alle vorab aus Preisgründen - und einer gewissen Verkäufer-Arroganz aus. In vielen vergleichbaren Fahrzeugen sind die (Fahrer-)Sitze nur bis 1,80m akzepabel. Im Opel Zafira sitzt man genauso "unglücklich" oder eingeengt wie in vielen anderen Japanern. Im nachträglichen Vergleich ist der i30cw im Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar. Ob die Fahrerin den ganzen "Feature"-rismus wirklich braucht ? Bei einigen Eigenschaften wie der Sprachsteuerung des Autoradios sind dicke Zweifel angebracht.
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Hyundai i30 cw - die Kaufabwicklung

Der Hyundai i30 cw wurde im Internet über einen der vielen Kauf-Vertrags-Vermittler bestellt. Da ich mitgeholfen hatte, eine seriöse Vertragsabwicklung zu finden, kann ich darüber genauer Auskunft geben.

Wenn man etwas googelt, findet man Vermittler, die fabrikneue Wagen aller Fabrikate - sogar nach Wunsch ausgestattet - mit erheblichen Preisnachlässen anbieten.

Die Auslieferung wurde über einen großen lokalen Händler (ein sogenannter Flotten-Händler), die Hessengarage im Riederwald abgewickelt. Alles in allem war es von der Bestellung bis zu Lieferung mustergültig. Insbesondere die Hessengarage hat es sehr gut gemacht. Die Kommunikation hat die ganzen 2 Monate über super geklappt.

Die anvisierte Lieferzeit von 10 Wochen wurde deutlich unterschritten. Geplant war Anfang Juni, geliefert werden konnte bereits Mitte Mai. Das ist vermutlich auf die frühe Bestellung in der sogenannten "sauren Gurkenzeit" zum Ende des ersten Quartals im März zurückzuführen.

Dieser Bestellprozess war wie gesagt mustergültig und fast schon ein Vorzeige-Vorgang cum laude. Darum nocheinmal: Besonders Lob geht an die Hessengarage in Frankfurt im Riederwald.

Die ersten Eindrücke / Erfahrungen

Der (koreanische) Hyundai i30 wird in der Tschechischen Republik hergestellt und zwar komplett. Die verbauten Komponenten/Teile sind fast alle aus dem europäischen Angebot von Conti, Magna und vermutlich Bosch. Die Entwicklung der Karosse stammt angeblich aus Rüsselsheim und die gesamte Elektronik samt SOftware auch. Das merkt man, es ist alles ziemlich "ausgegoren".

Gleich beim ersten Fahren machte alles einen sehr guten Eindruck. Als langjähriger BMW 735 Fahrer (über 30 Jahre lang) habe ich den echten direkten Vergleich. Die Sitze sind absolut hervorragend, auch für Menschen mit 197cm Größe. Selbst wenn der Fahrer- oder Beifahrersitz ganz nach oben gestellt wird, ist die Kopffreiheit bewundernswert.

Und es ist alles drin - also wirklich fast alles.

Anfänglich war es bemerkenswert, es gibt nur eine Type von Autoradio, integriert natürlich in die gesamte KFZ- und Steuer- und Kontroll- Elektronik. Das Radio kann sowieso "alles". In diesem Wagen ist dazu so gut wie alles elektronisch kontrolliert. Der Bordcomputer arbeitet immer, 24 Stunden und 7 Tage durchgehend. Ob der Fahrer drinnen sitzt oder neben dem Auto steht, der Computer weiß es.

Das Sicherheitssystem und die Wegfahrsperre ist von Continental, einem deutschen Zulieferer. Alleine, um dessen Fähigkeiten und Grenzen zu verstehen, braucht man einen guten Instruktor. Das Bedienungshandbuch ist außerordentlich dick und ausführlich. Man bekommt sogleich und nur die deutsche Version, und die ist wirklich dick genug.

Fahreigenschaften

Der i30 cw Automatik in der Version "Style" hat Alufelgen und etwas breitere Reifen als die Normal-Version mit Stahlfelgen. Das merkt man schon, er liegt gut auf der Strasse. Das 6-Gang Auto-Getriebe schaltet sehr gut (also optimal) rauf und runter. Der 1,6 Liter Diesel mit seinen 128PS hat meiner Meinung nach genügend Leistung, um auch mal zu spurten. Eigentlich soll er aber nur sparsam mit dem Kraftstoff umgehen. Inzwischen war ein Freund mit einem älteren i30 Automatik-Benziner da, mir scheint der Diesel leiser zu sein.

Die elektronisch hydraulische Servolenkung geht auch sehr gut, nur ist sie bei diesem Neuwagen noch etwas stramm. Die Ingenieure haben insgesamt schon mehr Knowhow rein gebaut, als von 15 Jahren - es wäre auch traurig, wenn es nicht so wäre.
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Die Karosserie

Das ist aus meiner Sicht ein Gedicht. Da waren penible Deutsche am Werk. Im Vergleich mit dem BMW 735 und einem Opel Vectra (1997) finde ich nichts, das ich wirklich verbessern könnte. Es gibt keine Dreckecken oder prädestinierte Löcher oder Hohlräume für Schlamm-Ansammlungen.

Die Frontscheibe ist sehr stark geneigt, ein Tribut an einen möglichst optimalen Luftwiderstand. Die Doppelabdichtung der 5 Türen ist auch sehr passgenau und solide. Die Türen schließen wie bei einem Mercedes mit einem satten "Wumm". Die Konstruktion der Türen lässt bei Regen das Wasser nach außen ablaufen.

Die gesamte Blechkarosse scheint sehr präzise. Die Türen habe nicht die berühmten 10mm Spiel wie es früher bei deutschen Wagen üblich war. Das passt alles wirklich genau. Ob heuzutage wirklich 4 el. Fensterheber benötigt werden, ist diskussionswürdig. Die Radkästen sind sauber mit Kunststoff verkleidet. Der Dieselmotor ist auch unten drunter komplet eingeschalt bzw. verkleidet und damit sehr ruhig.

Die Motor-Haube vorn ist erstaunlich kurz und flach, sodaß man auch mit 197 Größe die Begrenzungen des Fahrzeuges nicht sehen kann.

Größenvergleich mit dem Opel Vectra B:

Radstand Vectra: 2,64m - Breite ohne Spiegel : 1,70m - mit Spiegel 1,84m
Radstand Hyundau i30cw : 2,65m - Breite insgesamt : 1,78m
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Der Antrieb

Doch innen ist ein richtiger 1,6er Diesel drinnen. Und ich habe noch nie so viele Elektro-Motoren und Motörchen an einem Auto-Motor gesehen wie hier. Das 6-Gang Automatik-Getriebe muss man suchen, so klein ist es. Doch offensichtlich funktioniert es.
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März 2015 - jetzt fast 2 Jahre

Das Resume nach 2 Jahren ist überaus positiv. Der Wagen ist eine Wucht. Nur ganz wenige kleine Schwächen sind zu verzeichnen, jedeoch ist alles im absolut marginalen Bereich, also überhaupt kein Vergleich mit den (schlechten) Erfahrungen mit VW (VW Bus Caravelle) und BMW und Mercedes.

Die gesamte Bedienung im Cockpit - egal welcher Funktionen - ist toll, einfach nur toll und super handlich, deutlich besser als im i40. Alles ist übesichtlich und griffig und super beleuchtet. Auch Tacho und Drehzahlmeser und die beiden LCD Dislays sind super. Die Bedienug im Lenkrad ist ebenfalls sehr hilfreich, speziell der Tempomat.

Die Fahreigenschaften bei Wind und Wetter - mit Sommer- wie Winterreifen - sind hervorragend. Zum Verständnis, ich habe über 30 Jahre einen voll ausgestatteten 7er BMW (735i AL) gefahren und glaube, den Unterschied fundiert und fair bewerten zu können.

Es klappert immer noch (fast) nichts. Motor und Getriebe zeigen sich von den besten Seiten. Der Spritverbrauch liegt etwas höher als propagiert, also nix mit 5 Litern Diesel, es sind im Schnitt von jetzt 22.000 Kilometern - per Computer gemessene - 7,2 Liter.
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Zu den kleinen Schattenseiten

Ich hätte gerne das i30 Handbuch als durchsuchbare PDF-Datei, damit ich besser suchen kann, es ist nämlich viel zu dick.

Die Lenkung rastet beim ganz normalen Geradeauslauf ganz leicht ein, ist dann aber nicht spurstabil. Man muß auf der Autobahn bei Tempo 100 (auch auf einer ganz neuen Autobahn ohne Spurrillen) und absolut gerader Strecke konstant die Lenkung korrigieren. Das ist unglücklich und auf Dauer anstrengend, das hatten weder der 18 jahre alte Vectra 1.6 noch der 22 jahre alte BMW 735. Das war mir neu. Es ist marginal, man kann mit etwas Mühe damit leben.

Die Lüftung bläst dem Fahrer öfter kalt ins Gesicht, die Richtungsvariation des linken Luftauslasses könnte größer (variabler) sein.

Das Kofferraum- Licht wird mit dem Schloß der Heckklappe eingeschaltet, es geht jetzt nicht mehr an. Für den (Grantie-) Austausch wollten sie das Auto einen ganzen Tag haben. Das ist heutzutage unverhältnismäßig oder barer Unsinn.

Bei den Radmutternschlössern für die ALU-Felgen fliegen die Schutzkappen weg. Der Schmutz kann in die Gewinde eindringen, einfach unschön.

Beim Aktivieren des Tempomat fängt das Automatikgetriebe an, ein Eigenleben zu veranstalten und schaltet einfach mal so hin und her, mehr oder weniger willkürlich, nicht nachvollziehbar. Denn ohne Tempomat fahre ich über Stunden im 6. Gang, Berg rauf und Berg runter - ohne eigene Schaltvorgänge. Das ist aber eine Frage der Software.
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Herbst 2015 - Zu den größeren Schattenseiten

(1.) Die originale Hupe des I30 war und ist eine wirkliche Katastrophe. Erst der nachträgliche Einbau von zwei (sehr preiswerten) OPEL Fanfaren hat dieses Manko behoben. Freche Fußgänger, die den Überweg bei rot überquerten, hatten nur gelacht, wenn ich grün hatte und gehupt hatte.

(2.) Die als Zubehör angebotene Ablage für ein Mobilfunkteil ist nicht montierbar. Keine der beiden Einbauanleitungen war nachvolziehbar und der Lieferant reagiert nicht. Von Hyundai kam eine dritte Anleitung, die auch nicht funktioniert hatte.

Aber jetzt der wichtigste Punkt der Schattenseiten :

(3.) Jetzt im 3. Jahr wurde die Maschine laut und lauter. War der Motor im Neuzustand ähnlich leise (erstaunlich leise) wie ein Benziner, - das heißt, er hatte weder gebrummt noch resoniert noch genagelt - ist es damit jetzt vorbei. Der Motor hat eine unangenehme Eigenresonanz entwickelt, die angeblich auch nicht zu beseitigen geht. Anfänglich hatte ich dieses Empfinden auf die eigene Tageskondition geschoben, doch jetzt fällt es auf, der Wagen wird langsam laut. Und das bei erst 33.000 Kilometern. Doch das tritt wiederum nicht immer auf, manchmal ist er ganz leise ??? Muß man das verstehen ?

Juli 2017 !!!! - er ist jetzt 4 Jahre und 2 Monate alt
und es war und ist nichts dran - also gar nichts !!!!

Ganz im Ernst, unser i30cw ist ein Phänomen. Von dem Auto - aber bitte nicht von unserem i30 - können sich die Deutschen Hersteller eine riesen Scheibe abschneiden. Der i30 kommt nämlich aus der ehemaligen Tschechoslowakei, gar nicht weit weg von CIA und SKODA, der kommt gar nicht aus Korea. Und er fährt und fährt und fährt jetzt bereits 55.000 Kilometer. Das mit der Hupe hatte ich ja bereits kritisiert. Die nachgerüstete Opel Doppel-Fanfare tut es hervorragend.

Zusammenfassung : 4 x die vorgeschriebene Jahres-Inspektion, dabei die 4. vor etwa 3 Wochen im Juni mit etwas über 450.- Euro, es war die große Inspektion. Nur dann gilt diese "5 Jahre auf fast Alles"-Garantie. Also gönnen wir der Werkstat bei uns in Mainz Kastel die 5 Liter Öl zu 80.- Euro. Das ist es uns wert, daß es die Werkstatt überhaupt noch gibt und daß sie sauber und gewissenhaft die Checklisten durcharbeiten.

Und die Checks sind wirklich nicht trivial, denn die Gurtkontrolle mit den Sensoren, wer da gerade sitzt oder nicht, die fast 60 Lämpchen beim Fahrer (sind natürlich LEDs) und all die anderen Eigenschaften sind beachtlich von der Menge (Anzahl) her.

Die Türen schließen alle sauber und recht leise und sie bekommen ab und zu einen Tropfen Öl. Wir tanken Diesel für 1,05 Cent und Scheibenwaschwasser. Weiter wirklich nichts. Der Verbrauch liegt im Schnitt bei 7 Litern (Automatik und Klima) - überwiegend bei uns in der Stadt mit vielen Steigungen. Auf der Strecke geht er auf etwa 5 Liter herunter. Diese Zahlen werden erst dann glaubwürdig, wenn man den Computer nie auf Null setzt und man bei 55.000 Kilometern die Gesamt-Summe abliest.

Unsere Randbedingungen

Wenn der Wüstensand auf die Frontscheibe abregnet, wird die Scheibe bei uns vor dem Losfahren mit viel Wasser abgespült und nicht mit dem Scheibenwischer weggeschabt. Die Wischer sind nach 4 Jahren immer noch in Ordnung. Weiterhin wird bestimmt alle 2 Monate die Luft auf allen 4 Reifen mit dem Füllmanometer (wir haben einen eigenen Kompressor) nachgemessen und korrigiert. Wir hatten jetzt seit über 25 Jahren noch nie einen Platten.
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